Gefahr durch Borkenkäfer – Regelmäßige Kontrollen notwendig!
Die anhaltende Trockenheit der letzten Wochen und die außergewöhnlich hohen Temperaturen stellen die Waldbesitzer:innen in Niederösterreich vor große Herausforderungen. Im Laubwald kommt es zu frühzeitiger Kronenverfärbung und Blattabfall – im Nadelwald zu Schäden durch Borkenkäferbefall. Die Bäume verlieren aufgrund der aktuellen Situation zunehmend an Vitalität und können ihre natürlichen Abwehrmechanismen gegen forstlich relevante Schädlinge, wie etwa den Borkenkäfer, nur noch beschränkt aufrechterhalten.
Zu den gefährlichsten Borkenkäferarten an der Baumart Fichte zählen in Österreich der Buchdrucker (Ips typographus), welcher mit seinem typischen Stimmgabelgang vor allem in größeren, dickborkigeren Bäumen zu finden ist, sowie der Kupferstecher (Pityogenes chalcographus), welchen man mit dem sogenannten Sterngang in dünnrindigeren Bereichen stärkerer Bäume oder in jüngeren Beständen vorfindet. Diese beiden Arten legen ihr Brutsystem in der Wachstumsschicht des Baumes, dem Kambium, an und ermöglichen so durch massenhaften Befall das Absterben des Baumes.
Die aktuell anhaltende Hitze schafft ideale Bedingungen für die Vermehrung dieser Borkenkäferarten. Die Entwicklungszyklen verkürzen sich rasant, wobei mehrere Generationen sowie Geschwisterbruten in einem Jahr möglich sind.
Angesichts der aktuellen Situation ist von einer hohen Gefährdungslage auszugehen. Um eine Massenvermehrung durch den Borkenkäfer zu verhindern, gilt es, laufende Kontrollen auf Stehendbefall durchzuführen und hier vor allem befallsgefährdete Fichtenbestände regelmäßig aufzusuchen. Ein einziger übersehener Käferbaum kann bei heißer und trockener Witterung zu mehreren hundert Käferbäumen führen, denn ein einziges Borkenkäferweibchen kann unter günstigen Bedingungen innerhalb kürzester Zeit bis zu 100.000 Nachkommen hervorbringen.
Typische Anzeichen für einen Käferbefall sind:
- hellbraunes Bohrmehl am Stamm, Stammfuß oder auf der Bodenvegetation
- Harzaustritt am Stamm
- einsetzender Nadelfall (auch grüne Nadeln) und Nadelverfärbungen
Für Waldbesitzer gilt es jetzt neben der laufenden Kontrolle, frisch geschlägertes Fichtenholz umgehend aus dem Wald abzutransportieren. Ist die Ausfuhr aus dem Wald nicht möglich, so ist auch die Entrindung eine Möglichkeit der Schadensabwehr.
Bei Fragen wenden Sie sich an Ihren zuständigen Bezirksförster (Forstabteilung der Bezirkshauptmannschaft) oder an Ihre zuständige Bezirksbauernkammer (Neunkirchen 050 259 41400 oder Wr. Neustadt 050 259 42000).
